Ein Geschenk für den Herzog von Malakoff

Автор: Jana Vladina вкл. .

Einsatz, Geschicklichkeit und Fantasie der österreichischen Konditoren machen die süßen Versuchungen von Torten bis zum Strudel auch für den letzten Skeptiker unwiderstehlich. Moment, sind wirklich nur österreichische Konditoren am Werk? Die bekannte „Malakoff“ Torte hat nämlich russische Wurzeln. Das Wort wird in Österreich auf der letzten Silbe betont. Meine Versuche die Ursprünge der Torte in Österreich zu finden scheiterten kläglich. „Ich höre von Ihnen zum ersten Mal, dass der Tortenname aus Russland kommt“, sagte die Vorarlbergerin Edith Gut. Ich traf mich mit ihr auf einem Fest für das sie die „Malakoff“ Torte gebacken hatte.

Eine ungewöhnliche Geschichte

„Ich kann Ihnen zeigen wie man die Torte macht, aber ihre Geschichte ist mir unbekannt“, sagten Konditoren, die ich befragte. Dieser Malakoff nach dem die Torte anscheinend benannt wurde war mir völlig unbekannt. Oder ist das nur Zufall? Historisch gesehen gibt es nicht viele Familiennamen, die wirklich etwas mit der Speise zu tun haben: Sachertorte, Gundel-Palatschinken, Caesar Salad. Die meisten Namen wurden den Speisen durch Zufall vergeben. Im 19. Jahrhundert entstand bei Köchen und Konditoren die Mode ihr Essen nach berühmten Personen zu benennen. Wofür war damals bei Europäern der mysteriöseMalakoff bekannt? Wie soll man auf seine Spuren in der Geschichte kommen? Oder war er gar nicht der Malakoff? Denn Österreicher sprechen bekanntlich die russischen Namen nicht immer richtig aus.

Mit diesen Fragen fing meine Suche an. Eine Suche, die in der Mitte des weit zurückliegenden 19. Jahrhunderts beginnt. Die Geschichte beginnt nämlich zu dieser Zeit. Der Protagonist war der französische General Jean Pélissier. Er würde sich sicherlich wundern, wenn er wüsste, dass man sich an seinen Namen im Zusammenhang mit einer Torte erinnert. Der General war in die Ereignisse des russisch-türkischen Krieges verwickelt, die in der Region Sewastopol und auf der strategisch wichtigen Höhe -Malachov Kurgan- geschahen.

Ein harter Bissen

Malachov Kurgan war wie eine uneinnehmbare Festung, trotzdem schafften die Franzosen auf Kosten vieler Verluste die Höhe zu bewältigen. Rauchende Ruinen, gesprengte Pulverkeller, überschwemmte Kriegsschiffe. So sah der gekommene französische General Pélissier die Stadt Sewastopol. Er hatte auf seinem Konto viele glorreiche militärische Siege, jedoch wurden Sewastopol und Malachov Kurgan zum Verhängnis für Pélissier. Und sie wurden zu einem seiner größten militärischen Siege. Dieser Meinung war auch Kaiser von Frankreich, Napoleon III, der Pélissier den Herzogtitel verlieh. Herzog von Malachov. Zudem bekam er ein Geschenk von französischen Konditoren, eine Torte, die unter dem Namen „Malachov-Torte“ oder „Malakoff-Torte“ bekannt wurde.

Das Rezept

Es gibt einige Rezepte für diese Torte, die neben Österreich auch in Frankreich und Norditalien beliebt ist. Wir stellen euch eines der leichtesten Rezepte vor, das man in Vorarlberg verwendet.

Wir brauchen eine lösbare Tortenform, ein Glas Milch, zwei Eier, zwei Packungen Eierbiskotten (zu je 40 Stück), die als Grundlage für die Torte dienen.

Für die Creme benötigt werden: 
150 g geriebene Mandeln
150 g Butter
2 Eigelbe
125 g Schlagobers
200 g Zucker

Bei der Vorbereitung verwendet manKirschrum und den naturmilden Weinbrand "Bouchet". Zur Dekoration benötigt man 200 g Schlagobers, eine Dose Ananas, Erdbeeren und geriebene Mandeln.

Die geriebenen Mandeln in der Pfanne rösten (sie sollten nicht braun werden). Im Mixer die Butter zerschlagen und langsam die Eigelbe, den Zucker, je 2 Löffel vom Rum und dem Bouchet, geriebene Mandeln und Schlagobers beimengen. Alle Zutaten schrittweise zur Mischung dazugeben ohne aufzuhören die Masse zu schlagen. Jetzt ist die Creme fertig. Nun gehen wir zur Tortenbasis über.

In einer Schüssel ein wenig Milch und Alkoholika (je 1 Löffel) mischen. Die Ränder der Tortenform mit festem Backpapier umlegen. Die fertigen Biskotten für ein paar Sekunden in die Milchmischung eintunken und in der Tortenform kreisförmig verteilen. Die erste Biskottenschicht mit Schlagobers bestreichen. So geht es auch für die nächsten Schichten weiter. Auf die letzte Schicht kommt kein Schlagobers, sondern Backpapier. Am besten etwas Schweres wie Saftpakete drauflegen. Die Torte über Nacht mit dem Gewicht in den Kühlschrank stellen.

In der Früh ist die Torte gut zusammengepresst. Entfernen Sie sorgfältig die Form, das Backpapier und drehen Sie die Torte auf einen Teller um. Zur Dekoration können Schlagobers, Ananasringe und Erdbeeren verwendet werden. Für den Rand des Tellers eignen sichMandelblättchen.

Edith verhielt sich wie eine wahre Künstlerin, als sie die Torte dekorierte. Noch ein Strich, jetzt lenkten die Erdbeeren die ganze Aufmerksamkeit auf sich, deswegen fügte sie ein paar Verzierungen aus Schlagobers hinzu. Hätten jetzt die Hand gezittert, wäre die ganze Schönheit der Torte ruiniert gewesen. Sie zitterte nicht. „Sonst könnten wir die Torte ja nicht probieren“, lächelte Edith.„Noch dazu zählt sie zu den bekanntesten Torten in Österreich!“

Natürlich, zu den österreichischen Torten, aberauch zu den französischen, mit einem russischen Namen und einer russischer Geschichte. Mit der Geschichte von Kurgan, den seine Anhängermehrmals als Held hochpriesen.

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